Manchmal gibt es Probenverläufe, da geht nichts mehr. Es fehlt der letzte Kick, das Blocking stimmt nicht, die Schauspieler machen nicht, was der Regisseur will, die Gruppe kommt in ein Motivationstief und und und. Es gibt einen Trick, der Schwung in deine Probe bringt. Kamera raus, Probe aufnehmen und ran an die Analyse. Jetzt kannst du deinem Team zeigen, was du meinst. Die Schauspieler treten heraus, betrachten das Stück aus der Perspektive des Zuschauers und verstehen, was du meinst.

Vorbereitungen zum Aufnehmen einer Probe

Einstellungsgrößen im Camera ActingJedes Handy kann inzwischen Videos aufnehmen und selbst Videokameras sind erschwinglich geworden. Es hat erhebliche Vorteile eine Probe mal auf Video aufzunehmen. Damit ihr später eure Probe auch analysieren könnt, braucht ihr einen Bildschirm, der groß genug ist, dass alle Schauspieler sehen können, was gelaufen, bzw. nicht gelaufen ist. Das bedeutet: Selbst wenn deine Videokamera eines dieser ausklappbaren Displays hat, heißt das nicht, dass das die beste Lösung ist. Dieses Display ist so klein, dass gerade mal eine Person sehen kann, was sich auf dem Bildschirm abspielt. Das bringt niemandem etwas. Was bedeutet, dass du einen großen Bildschirm benutzen solltest. Heute können viele Videokameras das Signal direkt auf einen Bildschirm übertragen. Einfach anschließen, aufnehmen und anschauen.

Jetzt hast du also die Voraussetzungen, um das Video anschauen zu können – die nächste Frage lautet: Wie drehst du das Video? Die meisten Theatergruppen verfügen nicht über 6 Kameramänner und einen Regisseur und 1000 Einstellungen, um ein perfektes Video zu drehen – deshalb wirst dich darauf beschränken müssen, aus einer Position zu drehen, und was dir dabei entgeht, entgeht dir eben. Was lehrt uns das? Lass‘ dir nichts entgehen; drehe mit einem größeren Ausschnitt als unbedingt nötig – du brauchst keine Nahaufnahme vom Gesicht, um das Mienenspiel einzufangen. Versuche immer an die Größe zu denken, in der das Publikum alles sehen wird, und halte diesen Maßstab am Drehort ein.

Wann zeichnest du deine Probe auf Video auf und wann nicht?

Ich empfehle dir, die erste und die letzte Probe aufzunehmen. Wenn du erst einmal den großen Effekt einer Probenanalyse erlebt hast, wirst du versucht sein, die Kamera bei jeder Probe laufen zu lassen; vielleicht drängen dich dann auch deine Schauspieler dazu :). Aus folgendem Grund solltest du es unterlassen:

Der Zeitfaktor – Proben mit Videoaufnahmen und anschließender Analyse nehmen praktisch doppelt so viel Zeit in Anspruch. Ihr schaut euch eine Probe an und findet evtl. Fehler. Das Blocking stimmt nicht, jemand fällt ständig aus der Rolle, usw… Ihr fangt an zu diskutieren, was nicht schlimm ist. Aber alles benötigt viel Zeit. Eine Gefahr besteht außerdem, wenn die Gruppe die Probe überanalysiert; also jeden kleinsten Fehler besprecht und ausdiskutiert und anfangt euch gegenseitig zu kritisieren (dadurch lauft ihr Gefahr, die Natürlichkeit im Spiel zu verlieren).

Ein Tipp zum Schluss: Wenn du die erste und letzte Probe aufnimmst, kannst du deinem Team zeigen, welche großartigen Fortschritte ihr gemacht habt. Das motiviert unheimlich. Worauf wartest du also noch. Hol´ die Kamera raus und befördere dein Team ein großes Stück weiter.

 

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