Ein „Human Video“ ist eine schauspielerische Performance zu einem Lied, eine Art „live aufgeführter Videoclip“. Es ist keine Pantomime, es ist ein Theaterstück, während gleichzeitig ein Lied läuft.

Meistens wird der Text des Lieds schauspielerisch dargestellt. Dabei kann der Schauspieler die Lippen zu einzelnen Textpassagen bewegen oder laut mitsingen bzw. -sprechen. Geräusche und/oder Worte können vereinzelt hinzugefügt werden, wo sie passen.

Als Choreographin habe ich einige „Human Videos“ erstellt. Man kann das ganze auch „interpretierende Bewegung mit tänzerischen Elementen“ nennen. Seit mehr als 15 Jahren arbeite ich schon mit dieser Darstellungsform.

Mein persönliches Lieblingsstück habe ich für die achtköpfige Theatergruppe „Second Timothy“ des Pacific College in Fresno geschrieben. Es ist das Lied „Hollow Eyes“ der Gruppe Petra, das 1990 bei einer Sommerkonferenz vor 3000 Jugendlichen aus Menonitengemeinden gezeigt wurde. Ein anderes Stück habe ich zusammen mit Genoa McDowell unter dem Titel „Bethlehem´s Treasure“, einem Hosanna-Integrity-Lied, während dem Weihnachtsstück „How should a king come?“ der First Presbyterian Church aufgeführt. Wir haben farbenprächtige Kleider, eine Krippe und Goldglitter benutzt, um dem Publikum die Bedeutung des Lieds zu veranschaulichen. Die Wirkung war noch besser als wir es erhofft hatten.

Ich mag Lieder, die aktuell und modern sind… auch Musik, die nicht aus der christlichen Ecke kommt und die deshalb nicht nur bei frommen Teenagern zieht. Was allein zählt, ist, dass das Human Video eine Geschichte erzählt, die biblische Wahrheiten fürs Publikum gut verständlich darstellt.

Es ist recht mühsam, die Choreographie so niederzuschreiben, dass auch andere etwas mit ihr anfangen können. „Human Videos“ kommen gut an, weil Musik über alle Sprachbarrieren hinweg kommuniziert. Selbst wenn man den gesungenen Text nicht versteht – die Darstellung spricht laut und klar. Und darum geht es doch bei der Kunst, das Evangelium kreativ weiterzugeben: Die Botschaft so ans Publikum zu bringen, dass Gott sie so gebrauchen kann, wie er es in unserem eigenen Leben getan hat.

Der Liedtext wird während der Vorführung nicht projiziert, weil das von den Schauspielern/Tänzern ablenkt. Wir zeigen den Text von einem Anspiel ja auch nicht über den Tageslichtprojektor. (Obwohl das für Gehörlose im Gottesdienst eine super Sache wäre! – Er wäre aber so wie Untertitel bei einem fremdsprachigen Film: Es ist schwer, sie zu lesen und gleichzeitig was vom eigentlichen Film mitzukriegen. Aber wenn man nur die nimmt und wie in einer Diashow zeigt, könnten sie die Darstellung unterstützen und die Botschaft tiefer ins Hirn der Zuschauer einbrennen.)

Autor: Sherry Kirton, übersetzt von Torsten Cichon