Schauspiel in der Gemeinde ist normalerweise mit einigem Aufwand verbunden – das Ausmaß einer Broadway-Show muss das aber nicht haben! Schon einfachste dramatische Elemente können einem Gottesdienst Tiefe und Fülle verleihen.

Wenn der Leiterkreis der Gemeinde das unterstützt, ist es leicht, einige dieser einfachen und einfachen Elemente in den Gottesdienst einzubauen, die eine „dramatische“ Veränderung in deiner Gemeinde herbeiführen werden!

#1. Elemente aufteilen

Normalerweise wird die Lesung vor der Predigt nur von einer Person vorgetragen. Lebendiger wird es, wenn zwei oder mehr Personen den Bibeltext unter sich aufteilen. Vielleicht hat der Text auch das Potential, dass er in „Rollen“ aufgeteilt und als Art Hörspiel vorgeführt wird. Überlege dir, wie der text für dich spannender werden könnte und sei kreativ.

#2. Das überraschende Element

Was würde keiner erwarten? Wenn plötzlich ein, nach Alkohol riechender, Obdachloser in den Gottesdienst kommt und sich in die reihen setzt. Oder stell dir vor, dass sich plötzlich ein Jugendlicher im Gottesdienst völlig daneben benimmt und alles kommentiert, was Vorne abläuft. Er reißt eine Chipstüte auf, langweilt sich offensichtlich über die Lieder und grüßt den Prediger, wenn er auf die Bühne tritt. Hey, schon hast du eine Steilvorlage für deine Predigt über Barmherzigkeit oder mit Jesu „geringsten Brüdern“. Der beste Nebeneffekt: Die Gottesdienstbesucher werden diesen Gottesdienst nie wieder vergessen.

#3 Das stille Element

Gibt es jemanden in der Gemeinde, der die Gebärdensprache beherrscht? Er oder sie kann die Gebärdenversion eines bekannten Kirchen- oder Lobpreislieds einüben (oder sie jemand anderem beibringen) und so den Vortrag dieses Lieds optisch „untermalen“. Ein Lexikon häufig benutzter Gebärden gibt es bei www.simplifiedsigns.org.

#4. Das junge Element

Jugendliche sind frisch in ihrem Denken. Frage doch mal in deiner Jugendgruppe nach, ob sie ein Anspiel oder Tanz aufführen wollen. Du wirst überrascht sein, wie viel Kreativität in ihnen steckt.

#5. Das mediale Element

Um ein Thema anzureißen, das dann in der Predigt ausgeführt wird, eignen sich kurze Ausschnitte aus Fernsehserien (Daily Soaps oder Comedy-Serien). In diesen Serien werden oft Konflikte oder Zwickmühlen dargestellt. In der anschließenden Predigt kann der Pastor darauf eingehen, welche Lösungen oder Antworten die Bibel zum angerissenen Konflikt bietet.

#6. Das fühlbare Element

Nutze alle Sinne für eine Predigt. In vielen Predigten wird oft nur das Hören (oder höchstens noch das Sehen) angesprochen. Lass die Gottesdienstbesucher doch mal fühlen, riechen oder schmecken. Als ich mal eine Predigt über Johannes den Täufer gehalten habe, haben im Hintergrund ein paar Jugendliche Heuschrecken live in einer Pfanne gebraten. Diese wurden dann an alle ausgeteilt, die einmal schmecken wollten, was Johannes da so gegessen hat. Wenn die Predigt die Kreuzigung Jesu behandelt, verteile große Nägel an die Gottesdienstbesucher. Die Besucher werden aufgefordert, die Nägel an ihre Handflächen zu drücken und leise einem Kirchen- oder Lobpreislied zuzuhören, in dem es um Hingabe geht. Solch eindrückliche Erlebnisse werden kaum vergessen und durchbrechen den Alltag.

#9. Das hörbare Element

Wie war es, als die Jünger im Boot saßen und ein Sturm kam auf. Tosende Winde, donnerndes Grollen und dann… Stille. Plötzlich lag das Meer wie ein Spiegel da und man hörte nur noch, wie das Bott im Wasser schwankte. Das muss eindrücklich gewesen sein. Das können auch deine Gottesdienstbesucher nachempfinden. Wie? Benutze Soundeffekte während der Lesung. Die Geschichte von der Sturmstillung wie so viel dynamischer. Baugeräusche beim Haus auf Sand. Eine Schafherde beim grasen, beim Gleichnis vom verlorenen Schaf. Es gibt so viele Möglichkeiten. Denk doch mal nach.

#10. das künstlerische Element

Ich bin generell für mehr Kunst im Gottesdienst. Warum nicht mal jemanden, während der Predigt ein Bild zur Botschaft malen lassen? Cool ist auch: Während der Pastor über Jeremias Töpfer-Gleichnis predigt, sitzt ein echter Töpfer neben ihm und fertigt ein Gefäß aus Ton an. Die Predigt erhält dadurch viel mehr Tiefe und gewinnt an Aussagekraft.

Aber am wichtigsten bei allen Tipps ist: Ermutige künstlerisch begabte Mitglieder deiner Gemeinde, ihr Talent ins Gemeindeleben mit einzubringen. Ob nun Geschichten erzählen, malen, komponieren, Theater spielen oder Clownerie. Alle Kreativität trägt dazu bei, Menschen die Gute Nachricht zu bringen.

Diese Vorschläge haben eins gemeinsam: Sie öffnen eine Tür für Theater im Gottesdienst, und wenn sie kreativ und begeistert umgesetzt werden, werden sie frischen Wind in jede Gemeinde bringen! Welche Elemente habe ich hier vergessen? Hast du in einem Gottesdienst mal etwas mega Kreatives erlebt? Bitte schreib uns unter diesen Artikel ein Kommentar, damit wir gemeinsam lernen können unsere Gottesdienste kreativer zu gestalten. Danke!