Im letzten Artikel haben wir die 9 Basics für angehende Regisseure besprochen. Daraufhin kam die Frage: „Was muss ich eigentlich beachten, wenn ich eine Theatergruppe gründe?“ Darum veröffentlichen wir heute den „Klassiker“ der „Drama Ministry Basics. Viel Spaß damit!

  • Bestimmt einen Ansprechpartner, der die Rolle des Regisseurs übernimmt, euch als kritischer Zuschauer objektives Feedback gibt und das Team nach außen vertritt. Idealerweise sollte der Regisseur nicht selbst mitspielen.
  • Sehr wichtig: Besprich mit dem Prediger ausführlich Thema und Ausrichtung des Gottesdienstes sowie die Kernaussagen der Predigt. Gib ihm euer Theaterstück frühzeitig zu lesen, damit er sich darauf einstellen kann. Halte nach dem Gottesdienst eine Reflexion mit ihm. Sag ihm ehrlich, wie du eure Zusammenarbeit und sein Eingehen auf die Szene empfunden hast und was du dir für die Zukunft von ihm wünschst. Lass dir das Gleiche genauso ehrlich von ihm sagen!
  • Mach dir Gedanken über dein Publikum: Alter, Geschlecht, sozialer und gemeindlicher Hintergrund, Traditionen und Tabus der Gemeinde, Christen oder Kirchendistanzierte?
  • Ein Theaterstück sollte nicht predigen – dafür ist der Prediger da. Die Szene reißt ein Thema auf, stellt Fragen, zeigt Konflikte oder Probleme auf – sie zu lösen oder zu beantworten ist die Aufgabe des Predigers. Deshalb ist eine enge Verzahnung zwischen Theaterstück und Predigt so wichtig!
  • Respektiere dein Publikum. Vermeide es, im Stück Klischees à la „unglückliche Heiden / glückliche Christen“, Gebete oder Bekehrungen zu zeigen – davon fühlt sich das Publikum überrannt und manipuliert.
  • Das Theaterstück sollte organisch in den Gottesdienst eingebettet sein. Kläre deshalb vorher die Übergänge: Wie fängt die Szene an – wird es von der Moderation angekündigt, wird das Licht ausgemacht oder ein Lied gespielt? Und wie ist der Übergang zur Predigt – kommt ein passendes Musikstück dazwischen, Licht-wechsel oder Vorhang? Kläre dies mit allen Beteiligten (Prediger, Musiker, Techniker…)!
  • Markiere sehr deutlich den Schluss des Stücks, z.B. durch einen Black, ein Musikstück oder den Abgang aller Akteure. Ein unklarer Schluss verwirrt das Publikum, v.a. wenn es sich um ein offenes Ende handelt.
  • Achte auf Qualität. Schnell hingeschludertes Theater berührt nicht, es nervt. 2 bis 3 Proben + Generalprobe solltest du deinem Team mindestens gönnen. Die Darsteller sollten von der 1. Probe an ihren Text beherr-schen; das erleichtert die Probenarbeit ungemein. Bildet euch auch mal  in einem Seminar fort
  • Ein Theaterstück ist keine Lesung, sondern findet auf der Bühne statt. Also: Bring Bewegung rein und verwende keine Schriftsprache, sondern alltägliche, umgangssprachliche Ausdrücke.
  • Verwende keine „imaginären Requisiten“. Nicht vorhandene Requisiten pantomimisch darstellen wirkt nur in einer Pantomime gut – in einem Theaterstück jedoch unprofessionell und unglaubwürdig. Und: Männer sind Männer und Frauen sind Frauen – auch im Theater. Besetze keine Frauen in Männerrollen, das verwirrt das Publikum. Wenn nötig, schreibe eine Männerrolle zu einer Frauenrolle um.
  • Sei dir bewusst, dass ihr als Theaterteam hier seid, um zu dienen – Gott, dem Gottesdienstpublikum und dem Prediger. Betrachte dein Spiel sehr bewusst als missionarische Arbeit und nicht als Talentshow.