Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu. Jetzt überlegst du dir sicherlich wieder die guten Vorsätze für das kommende Jahr. Und auch deine Schauspielarbeit profitiert von deinen Entscheidungen. Vielleicht ist die eine oder andere Entscheidung für dich dran.

1. Entscheidung – Lass es langsam angehen

Schnell mal ein Team zusammenstellen. Flott mal ein Theaterstück einüben. Fieberhaft… Stopp! Das alles bringt es überhaupt nicht.

Gib deinem Team und dir Zeit,  sich als Gemeinschaft zu finden und dir deiner Rolle bewusst zu werden. Mach dir klar, was ihr als Schauspieltruppe erreichen wollt.

  • Welche Ziele hast du mit deinem Team?
  • Für wen wollt ihr spielen?
  • Wie stellen du und dein Team Qualität sicher?

Sei mal ehrlich: Wenn du vorhast, längere Zeit ein Team zu leiten, warum solltest du überhastet reagieren?

Deshalb wollen auch wir – wie Läufer bei einem Wettkampf – mit aller Ausdauer dem Ziel entgegenlaufen. Hebräer 12,1

Wir laufen einen Marathon und keinen Sprint. Und auch auf die Probe heruntergebrochen: Lass es langsam angehen!

  • Lass deine Leute erst mal ankommen. Betet, hört auf Gottes Wort, esst zusammen.
  • Besprecht euch. Was habt ihr bei dieser Probe überhaupt vor?
  • Wärmt euch genügend auf. (Übungen findest du hier, hier und hier).
  • Übt…Übt…Übt…
  • Kommt wieder runter. Das „Cool Down“ ist wie ein Abschiednehmen von der Rolle.

Was schnell und einfach aussieht, solltest du langsam angehen. Ich habe es mir zur Regel gemacht, erst einmal so lange zu üben, bis wir als Team sagen können: „Jetzt sind wir bereit für die Massen.“ Gott führte sein Volk Israel auch nicht in einer Nacht ins verheißene Land. Er erwartet auch von dir nicht, dass du innerhalb einer Nacht ein perfektes Team auf die Beine stellst. Entspann dich. Jesus nahm sich 30 Jahre Vorbereitungszeit für drei Jahre Dienst – obwohl er diese „spezielle“ Beziehung zu Gott hatte.

Geh mit einem guten Team auf die Bühne und dein Publikum wird es dir danken. Schlechte Darbietungen langweilen deine Zuschauer. Die Folge ist: wenn du das nächste Mal auf die Bühne gehst, hast du es schwieriger dein Publikum zu fesseln. Keiner freut sich auf deinen Auftritt.

2. Entscheidung – Prüfe regelmäßig deine Motive

Als Künstler und Mensch stehe ich immer wieder vor der Entscheidung meinen Dienst für mich oder für Gott zu machen. Gott segnet reine Motive, und je mehr du deine überprüfst, desto gesünder werden deine Entscheidungen. Wenn du aber unklare, gemischte oder unreine Motive hast, werden Konflikte entstehen. Ich erlebe es leider immer wieder: Wenn ich meine Motive nicht selber überprüfe, werden es andere für mich tun. Und wenn meine Motive nicht rein sind, wird die Unreinheit ans Licht kommen.

Frage dich: Was will ich mit meinem Team erreichen? Und warum? Warum willst du auf der Bühne oder vor der Kamera stehen. Warum spielst du dieses Stück. Es geht auch beim Schauspielen nicht um dich. Egoistisches Denken… Um deine richtige Einstellung zu bewahren, musst du dich selbst zu einer ehrlichen und regelmäßigen Auswertung deines Herzens verpflichten, der Quelle für geistliches Wachstum und Leiterschaft.

Um dich und deine Motive zu überprüfen, greife auf den Text aus Johannes 15 zurück und denke über die angesprochenen Aussagen nach. Du wirst sehr schnell merken, an welchen Punkten, in deinem Leben du noch arbeiten musst.

3. Entscheidung – Lass dich nicht von Zahlen manipulieren

In unserem Milieu ist es eine große Herausforderung das große Zahlenspiel mitzuspielen. Aber es gibt eine schlechte Nachricht! Das Zahlenspiel ist ein Spiel, das man nur verlieren kann. Wer sich vergleicht, verliert. Sei kein Verlierer!

Bitte verpflichte dich, nicht bei diesem Zahlenspiel mitzumachen. Sei kein Leiter, der seinen Selbstwert an der Teamgröße, Anzahl der Auftritt oder der Zuschauerzahl festmacht.

Mit Zahlen um sich zu werfen kann motivierend sein oder schwächen – das kommt darauf an, mit wem du gerade redest. Mach dir aber eines klar: Größer, weiter, höher  ist nicht besser, gesünder ist besser. Geh Menschen aus dem Weg, die allein von Zahlen getrieben sind. Halte dich stattdessen an Menschen, di dadurch motiviert werden, Gott treu zu dienen und eine gesunde Arbeit aufzubauen.

4. Entscheidung – Kritisiere nicht die Vergangenheit

Immer wieder ertappe ich mich (mindestens in Gedanken), wie ich Leiter kritisiere, die vor mir den Weg der Leiterschaft gegangen sind. Damit versuche ich Veränderungen zu rechtfertigen oder mich besser zu fühlen. Das ist es ein schlechter Weg und darum sage ich dir: Tu es nicht!

Ehre die Leute, die vor dir im Dienst waren. Nur Menschen mit schwachem Charakter lassen sich auf Kosten anderer beeindrucken. Ein guter Charakter findet das Gute und bringt es zum Vorschein.

5. Entscheidung – Spring nicht in die „Sich-Vergleichen-Falle“

Wie schon weiter oben angesprochen. Wer sich vergleicht, verliert. Wenn du versucht bist, dich mit anderen zu vergleichen, halte inne und konzentriere dich auf Gottes Liebe. Jeder spielt eine Rolle anders, weil jeder eine andere Geschichte hat. Jeder Mensch ist ein Original Gottes, einmalig unter allen Menschen und niemand wird eine Rolle so spielen, wie ein anderer.

David schreibt in Psalm 139:

Du hast mich geschaffen – meinen Körper und meine Seele, im Leib meiner Mutter hast du mich gebildet. Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast!

Das Beste was wir sein können, sind wir selber! Wer sich vergleicht, verliert immer! Vergleiche lähmen!

6. Entscheidung – Sei kompromisslos

In den vergangenen Jahren ist mir eine Sache aufgefallen, die ich noch nicht richtig einschätzen kann. Mich würde auch deine Meinung dazu mal interessieren, also schreib sie mir einfach mal unten in ein Kommentar. Wir sind Künstler und wollen, das Menschen von Kunst berührt werden. Ich habe den Eindruck, dass es eine große Tendenz gibt:

Sprich nicht von Jesus –zumindest nicht direkt. Mir wurde des Öfteren gesagt: „Wir geben den Menschen biblische Werte mit, aber direkt von Jesus zu sprechen, schreckt ab.“ Menschen denken oft, ihre speziellen Umstände seien ganz besonders schwierig.

Gott möchte dich dazu gebrauchen, die Lügen der Gesellschaft, in die er dich berufen hat, in Frage zu stellen. Das kann er aber nur tun, wenn du kompromisslos an Jesus festhältst und seine rettende Botschaft verkündigst.

Wenn du dich nur von Gott beeindrucken lässt, werden dich weder die Regeln der Szene, noch die gängige Meinung, noch menschliche Hindernisse einschränken. Gott wird durch deine Kunst Unglaubliches bewirken!

7. Entscheidung – Setze Prioritäten

Ich bin genauso stolz auf das, was wir nicht tun, wie auf das, was wir tun. – Steve Jobs

Zum Anpassen der Geschwindigkeit gibt es noch eine Entscheidung, die du treffen solltest: In der Gemeinde kann man so viele schöne Dienste übernehmen. Da bin ich im Begrüßungsdienst, hetze dann schnell zu Moderation, um gleich daraufhin Gitarre in der Band zu spielen, nach dem Gebet predige ich, nur um dann nach dem Abschlusssegen schnell noch den Kaffee auszuschenken.

Kein Wunder wenn du schon nach zwei Wochen einen Gemeindeburnout im rechten Ohrläppchen verspürst. Du musst dich dazu verpflichten, deine begrenzte Zeit gut zu managen, damit du die volle Distanz laufen kannst. Um das zu tun, musst du deine Prioritäten kennen. (Lerne „Nein“ zu sagen (Nein nein nein – Das musst du ständig üben)

Und das Wenige, was du dann machst, mach es wirklich gut.

8. Entscheidung – Diene

Wenn du ein großartiger Schauspieler oder Regisseur sein willst, dann diene. Wenn du der Erste sein willst, sei der Letzte. Hier ein paar gute Empfehlungen zum Thema Leiterschaft findest du hier und hier

9. Entscheidung – Strebe nach Zufriedenheit

Ich habe mir ein Dings zum Lebensmotto gemacht:

„Ich tue dankbar das Beste, was ich kann, mit dem, was ich gerade habe.“

Das hilft mir persönlich, wenn ich wieder einmal versucht bin im Größenwahn auszubrechen: Nicht genug Technik, keine große Bühne, nicht genug Mitspieler, ich kann noch nicht alles. Nein, ich tue dankbar das Beste, was ich gerad habe. Und da gibt es noch einen Punkt, warum Unzufriedenheit deinem Dienst schadet:  Mitarbeit in der Gemeinde ist nicht einfach. Unser Feind würde dich liebend gern unzufrieden sehen. Denn Unzufriedenheit lähmt und lässt dich in Selbstmitleid erstarren.  Sei zufrieden mit dem, was du hast und dem Platz, an den Gott dich gestellt hat.

Danke Gott dafür, dass er dich dort gebraucht, wo du bist. Theater ist Kunst und in der Kunst gibt es keinen Perfektionismus.

10. Entscheidung – Lerne

Ich messe den Erfolg nicht an meinen Siegen, sondern daran, ob ich jedes Jahr besser werde. – Tiger Woods

Jetzt hast du diesen Artikel bis fast zum Schluss gelesen und damit hast du schon bewiesen: Du willst dazu lernen. Highfive, das finde ich genial. Unterschätze es niemals dazu zu lernen. Jeder, der Gaben bekommen hat ist Lernender. Wenn ein Schauspieler oder Regisseur (Leiter) aufhört zu lernen, dann hört er auf sich zu entwickeln, wird unflexibel, bleibt stehen (ist nicht mehr Up to Date, nicht am Trend der Zeit). Festgefahren.

Die Folge ist. Wir verpassen das Ziel. Schauspiel ist ein Prozess, der sich weiterentwickelt. So wie sich ein Charakter mit der Zeit entwickelt, so entwickelt sich auch dein Schauspiel. Wenn du denkst: Jetzt weiß ich alles und brauche nichts mehr lernen, hast du als Schauspieler schon verloren. Dein Spiel wird einseitig und langweilig, weil nichts Neues hinzukommt.

Fazit:

Die Belohnung: Mit diesen 10 Entscheidungen ehren wir Gott, unsere Gemeinde und unsere Zuschauer.

Was willst du im kommenden Jahr angehen? Was denkst du über Punkt Nr. 6? Hinterlasse uns einen Kommentar.

 

↑ Doug Fields: Abenteuer Jugendarbeit – Basics für (junge) Leiter, Simply youth ministry, 2. Auflage, 2009 (überarbeitet)