Du hast ein prima Skript, willst es aber absolut in den Sand setzen? Hier bekommst du fünf Tipps, um deine Aufführung gekonnt misslingen zu lassen.

Willkommen zu unserem Fern-Kurs: „Skripte ruinieren, leicht gemacht.“ Lassen Sie uns nicht lange um den heißen Brei reden, denn es gibt viel zu tun. Es gibt fünf garantierte Spitzenmethoden, um Ihre Produktion zu ruinieren.

1. Sich von kleinen Fehlern aus dem Konzept bringen lassen

Zuerst möchte ich einen Fehler und einen Patzer definieren. Um Fehler handelt es sich, wenn nicht alles zu 100% nach Skript läuft, Patzer sind es, wenn das Publikum es merkt. Deshalb:

a) Der Schauspieler sollte stets auf seine Fehler mit einem „Entschuldigung“ oder „Noch mal von Vorne“ reagieren. Als Regisseur müssen Sie dafür sorgen, dass die Schauspieler verstehen, dass kleine Abweichungen nicht vorkommen dürfen und bei der nächsten Probe bestraft werden.

b) Trainieren Sie Ihre Schauspieler möglichst, Fehler seiner Partner immer zu benennen oder mit Verweigerung des Einsatzes zu reagieren. Das Auswendiglernen der Texte, der anderen und das Zuhören während der Aufführung wird im Grunde genommen überbewertet. Das beste Beispiel ist, wenn das Wort „kein“ oder „nicht“ in einer Zeile vergessen wird: Zu Anfang ist das nur ein Fehler. Wenn das nicht mit der nächsten Zeile berichtigt wird, hat man vielleicht einen Patzer. Zack Passage versaut.

2. Patzer

Das nächste, was eine Produktion ruinieren kann, sind Patzer. Sie passieren, wenn die Dinge nicht nach Skript laufen und das Publikum es merkt. Unbedingt darauf aufmerksam machen. Am besten man unterbricht das Spiel an dieser Stelle. Anstatt den Text einfach ins Spiel einzuarbeiten, stumm auf der Bühne stehen und ins Publikum schauen.

3. Den Antrieb verlieren

Die dritte Art, eine Produktion zu ruinieren, ist es, den Antrieb zu verlieren.

Andere Regisseure würden ja folgendes tun: Vor der ersten Probe gehen sie das Skript durch. Ziel ist, die im Skript enthaltenen emotionalen Höhepunkte und Ideen zu ermitteln. Bevor sich das Thema ändert, sollte es eine Zeile im Skript geben, die die Passage zusammenfasst und die Idee ausdrückt. Wie diese Zeilen gesprochen werden, ist entscheidend; wenn sie ihre Wirkung verfehlen, verliert die ganze Produktion an Kraft.

Aber wenn du deine Produktion zum Misserfolg machen willst, lass es einfach aus. Fertig!

4. Zu viele oder schlecht gemachte Spezialeffekte

Erschaffe so viele Spezialeffekte wie nur möglich. Nebel, Licht- und Lasershow. Wenn das noch nicht hilft: Tiger und Elefanten ins Krippenspiel.

a) Stichwort: unangemessen. Er sollte nicht in den Rahmen des Skripts passen.

b) Am besten unrealistisch. Ein Spezialeffekt sollte so aussehen, dass er ein riesen Knall ergibt. Toben Sie sich mal wieder richtig aus und bringen Sie alles ein, was Sie im letzten Pyrotechnik-Seminar in Obersupergau gelernt haben, auch wenn es nicht zur Geschichte passt.

c) Der Spezialeffekt sollte mindestens einen „Wow-Effekt“ auslösen. Die Geschichte des restlichen Stückes ist eh zweitrangig. Hauptsache „WOW“

d) Verschwenden Sie nicht zu viel Energie. Probieren Sie den Spezialeffekt vorher nicht aus, damit er auch für Sie eine Überraschung bleibt.

Sicherheitsfanatiker würden ja folgendes sagen: Keine Änderungen in letzter Minute. Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie den Effekt auf einer Skala von 1 bis 10 mit 8 bewerten würden, und in der letzten Minute fällt Ihnen eine Änderung ein, die daraus eine 9 oder 10 machen könnte, tun Sie es nicht. Riskieren Sie nichts, wenn es keine Zeit gibt, eine Änderung zu testen; arbeiten Sie mit dem, was funktioniert. Dieses Extra-Sahnehäubchen wird die Aufführung nicht aufwerten, und es könnte sie ruinieren, wenn es nicht funktioniert.

Pah, diese ewigen Spielverderber.

5. Zu wenig Gebet

Und die letzte Art, eine Produktion zu ruinieren: Beten Sie NICHT. Einer der größten, aber verborgenen Vorteile einer illustrierten Predigt ist die Menge an Gebet, die schließlich in den betreffenden Gottesdienst geht. Beten Sie auf keinen Fall für die Schauspieler, die Techniker, den Pastor, die Botschaft und das Publikum.

Wenn ich auch nicht garantieren kann, dass Sie aus Versehen doch etwas richtig machen. Wenn Sie diese Tipps befolgen, so können Sie doch sicher sein: Mit diesen Tipps werden Sie nie wieder belästigt werden ein Theaterstück in Ihrer Gemeinde aufführen zu müssen.

Herzlichen Glückwunsch. Sie haben es geschafft. Bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt: „Wie ruiniere ich…“

Was denkst du? Wie kann man ein gutes Skript noch ruinieren? Hinterlasse uns doch weiter unten ein Kommentar.